Hallo Sportsfreunde
Aufgrund des Schreibens welches am 11. Juli 2009 vom Präsidenten der IFBB Schweiz versendet wurde bei welchem die sportlichen Gedanken der IFBB klar aufgezeigt wird muss ich als langjähriger Athlet welcher für die Schweiz den ersten Vize Europa Meister Titel einholte, sowohl auch als langjähriges Mitglied im Zentralkomitee und natürlich als Organisator der IFBB Body-Building Meisterschaften von 2003 bis 2008, eine Stellungsnahme abgeben.
Da im Jahre 2003 die IFBB Schweiz (SBFV) finanziell stark angeschlagen und niemand mehr die Meisterschaften organisieren wollte habe ich mich bereit erklärt die Ver- anstaltungen als unabhängiger Organisator weiterzuführen. Hierfür habe ich mit dem SBFV einen Vertrag abgeschlossen. Seit diesem Zeitpunkt habe ich mit eigenen finanziellen Mitteln sämtliche Meisterschaften selber finanziert. Der SBFV hat hierfür eine finanzielle Abgeltung erhalten. In dieser Zeit habe ich dem Verband 42' 390 SFr. überwiesen. Der SBFV hatte ab diesem Zeitpunkt eine sichere Einnahmequelle, ohne dass er einen Franken in die Meisterschaften investieren musste.
In der Anfangsphase war es sehr schwer Aussteller, Werber oder Sponsoren für die Meisterschaften zu gewinnen. Die wenigsten Firmen wollten mit dem Verband zusammenarbeiten. Ein Grund dafür waren dass sie in der Vergangenheit viele schlechte Erfahrungen gemacht heben. Als unabhängiger Veranstalter konnte ich mit neuen Werbekonzepten die immer verbessert wurden wieder viele neue Sponsoren, Werber und Aussteller gewinnen. Dadurch konnten die Meisterschaften immer professioneller durchgeführt werden. Dies hat sich Schlussendlich auch in den Zuschauerzahlen bemerkbar gemacht.
Im Vorfeld der Meisterschaftsserie Herbst 2008 wurde mit dem Zentralkomitee vereinbart dass an der Schweizermeisterschaft 2008 in Dietikon die Qualifikation für die Weltmeisterschaft durchgeführt wird. Dies wurde danach auch im Werbe- konzept 2008 voll und ganz implementiert. Auf jedem Werbemedium wurde mit der WM-Quali geworben.
Am 27.9.2008 wurde ich während der 30 min. Abendpause der Herbstmeister- schaft vom Präsidenten des SBFV informiert dass es an der Schweizermeister- schaft keine WM-Qualifikation geben wird, da dies unnötig sei. Ich habe darauf massiv Interveniert dass dies nicht einfach aus dem Programm gestrichen werden kann. Ein grosser Teil der Werber und Aussteller rechneten fest mit der Quali- fikation weil ja auch dafür geworben wurde. Ausserdem wurden bereits unter diesem Vorwand Tickets verkauft. Auf jedem Werbemedium war die Qualifikation bereits publiziert. Schliesslich habe ich als Veranstalter gegenüber jeder Person und jeder Firma welche die Veranstaltung besucht oder unterstützt eine Ver- pflichtung und natürlich auch eine Verantwortung. Das damalige Zentralkomitee hat dies nicht interessiert. Die WM Qualifikation wurde abgesagt. Ab diesem Zeitpunkt war für mich klar dass ich unter solchen Umständen mit dem Verband nicht mehr zusammenarbeiten konnte und wollte. Ich gab meinen Austritt aus dem Zentralkomitee sowohl auch als offizieller Veranstalter auf Ende Wettkampfsaison 2008 bekannt.
In der folgenden Woche wurde ich regelrecht mit Telefonaten und E-mails bombardiert. Ich hatte verärgerte Sponsoren und Ticketbezüger welche die Absage der WM Qualifikation nicht hinnehmen wollten. Alle Reklamationen wurden dem Verband resp. dem Präsidenten weitergeleitet.
Am 18. Oktober stand die von mir organisierte Schweizermeisterschaft vor der Tür. Um 17.30 Uhr, also 1 1/2 Stunden vor Beginn der Abendveranstaltung wurde ich orientiert dass es nun eine Showqualifikation geben wird. Ich war auf der einen Seite natürlich froh dass wenigstens ein Teil der publizierten Werbung präsentiert werden konnte. Auf der anderen Seite ärgerte mich dass ich natürlich nicht vorher informiert wurde.
Danach folgte mein offizieller Rücktritt. Auch ein weiteres Mitglieder im Vor- stand ist dann auf Ende Jahr aus dem Vorstand ausgetreten.
Für mich war jedoch klar dass es in Zukunft weitere Veranstaltungen geben wird. Ich spielte schon lange mit dem Gedanken einen offenen respektiv verbandsunabhängigen Wettkampf durchzuführen. Kurze Zeit später wurde die offene Plattform OFBB Open Fitness und Body-Building gegründet. Schnell zeichnete sich eine Zusammenarbeit mit den anderen Body-Building Verbänden an. Als erster Verband hatte die WABBA Suisse die Zusammen- arbeit zugesichert. Danach folgte die NAC Schweiz und somit auch NAC international. Der erste offene Wettkampf wurde auf den 17. Oktober 2009 in der Stadthalle Dietikon terminiert. Unter der offenen Plattform werden nur Preisgeldotierte Wettkämpfe ausgetragen. Es wird in jeder Klasse ein Preisgeld verteilt. Ein weiteres Highlight wird an der OFBB Meisterschaft die integrierte NAC SM und Mr. Universum Qualifikation sein.
Natürlich suchte ich auch mit der IFBB/SBFV Schweiz wieder eine Zusammen- arbeit. Nach einem vielversprechenden Tel. mit dem Präsidenten staunte ich nicht schlecht als mir der SBFV rechtliche Schritte androhte. Der SBFV ver- langte die Einstellung resp. die Schliessung der OFBB-Plattform. Am 12. Februar erfolgte die fristgerechte rechtliche Stellungsnahme seitens der OFBB. Ein weiterer schriftlicher Verkehr blieb seitdem aus.
Trotz den kleinen Hindernissen wurden selbstverständlich weitere Vorbereit- ungen für den Offenen Wettkampf getroffen. Schnell zeichnete sich ab dass die Aussteller und Sponsorenmit welchen ich als Person oder Organisator in den letzten Jahren zusammengearbeitet habe hinter der neuen Plattform stehen. Noch nie konnten in der Schweiz so viele Aussteller für einen Wett- kampf akquiriert werden. Ein Zeichen also dass dies hier der richtige Weg eingeschlagen wurde.
Seit neuem droht nun der SBFV, dass ein Athlet, welcher an nicht IFBB oder offenen Wettkämpfen teilnimmt national gesperrt wird. Wir haben jedoch die rechtliche Auffassung dass auf nationaler Ebene der Verband die Athleten gar nicht sperren kann, da die Regelung in den SBFV Statuten fehlt. Selbst an der Generalversammlung der IFBB im Frühjahr wurde der Vorstand darüber orientiert dass dies nicht möglich sei. Um die Statuten anzupassen bedarf es einer ordentlichen oder ausserordentlichen Generalversammlung. Der Vorstand kann keine Statutenänderungen ohne deren Zusage der Mitglieder vornehmen. Obwohl der Vorstand die rechtliche Situation kennt wird den Athleten weiterhin gedroht.
Ich als "ehemaliger" Athlet würde mir nie Vorschreiben lassen wo ich einen Wettkampf bestreiten darf. Letztendlich ist der Athlet kein Eigentum des Verbandes. Der Athlet muss und soll frei Entscheiden können wo er seinen Wettkampf bestreiten will. Es gibt keine andere Sportart die so viel vom Athleten abverlangt. Eine Wettkampf-Vorbereitung ist eine knallharte Sache, der Athlet trainiert, hungert und leidet für seine Wettkampfform. Dies allein ist Grund genug dem Athleten mit mehr Respekt gegenüberzutreten.
Ich kann leider die Situation nicht ändern wenn der SBFV den Athleten erpresst und sperren will. Ich kann jedoch den Athleten eine Plattform bieten auf welcher alle Möglichkeiten zur Verfügung stehen. Dies beginnt dort dass der Athlet kein Geld zahlen muss wenn er am Wettkampf teilnimmt, dass er eine Vergütung der Reisespesen erhält, dass es in jeder Gewichtsklasse Preis- Geld zu gewinnen gibt, dass er problemlos bei verschieden Verbänden starten kann und dass er natürlich auch die Möglichkeiten hat sich mit anderen Athleten an der Mr. Universum / Europa oder Weltmeisterschaften also intern- ational zu messen ohne dass ihm gedroht wird.
Mit den sportlichsten Grüssen Eichelberger Robert
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